Wortklau-b-ereien
| Jojo's Blog - aufgezeichnete unorthodoxe Gedanken zu Leben, Glauben und Kirche | |
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Der auferstandene Christus kommt, um im Innersten des Menschen ein Fest lebendig werden zu lassen. Er bereitet uns einen Frühling der Kirche: einer Kirche, die über keine Machtmittel mehr verfügt, bereit , mit allen zu teilen, ein Ort sichtbarer Gemeinschaft für die ganze Menschheit. Er wird uns genügend Phantasie und Mut dazu geben, einen Weg der Versöhnung zu bahnen. Er selber wird uns bereit machen, unser Leben hinzugeben, damit der Mensch nicht mehr Opfer des Menschen sei.
(aus Taizé)
Ich kann mich erinnern, wie ich mit einem Kantikollegen 1972 das erste Mal in Taizé war, dass uns dieser Text total eingefahren ist; wir haben ihn gemeinsam auswendig gelernt und uns gegenseitig abgefragt.
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Bum Tschitschi Bum Tschitschi
[: No Greek, no Jew no Slave, no Freeman no Woman, no Man :]
I don't know, if you know,
But somebody told me
The good new to share
With you 'nd everybody
A aha
We are - all one – in Christ – Jesus – in Christ Jesus
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Kilometerweise wurden Bücher geschrieben und darüber gestritten, wie das möglich ist, bzw. wie man das verstehen soll?
Einige Gedanken möchte ich reingeben:
Zur Zeit Jesu und auch noch zur Zeit der Entstehung dieses Glaubensbekenntnisses gab es christliche Strömungen, die konnten nicht verstehen, dass Gott Mensch wurde. Man wollte lieber ein Schwarz-Weiss-Bild: Gott ist rein und gut, die Welt ist unrein und schlecht.
So gab es Behauptungen, dass der Sohn Gottes nur scheinbar Mensch werden konnte.
In dieser Einteilung gehörten Frauen eher zur Welt, zum Bösen. Daher waren sie eher etwas Verachtetes, auf jeden Fall zählten sie oder ihre Meinung nicht.
In der Griechischen Göttergeschichte gab es deshalb eine ideale Geburt. Die Göttin Athene entsprang dem Hirn des Zeus. Also kein Geschlechtsverkehr, keine unreinen Frauen...
Mit dem Satz des Glaubensbekenntnisses wird wohl ausgedrückt, dass Gott in Jesus Christus real Mensch wurde. IMan spricht auch von Inkarnation, von Fleischwerdung. Dass dies mit einer Frau passiert, verstärkt diese Aussage noch.
Für mich ist die Geschichte von der Geburt Jesu in einem Stall mit einer Futterkrippe ein Pendant dazu: Gott wird Mensch in einem Stall, an einem Ort, wo es (das verdrängen wir meistens) stinkt und unrein ist: Gott wird Mensch, der Himmel kommt auf die Welt in der "Scheisse". Das ist etwas, was wir auch heute noch immer gern verdrängen. Wir suchen das himmlische und göttliche lieber in den cleanen und sterilen Palästen und Spitälern. Wir suchen Erlösung immer wieder in den hellen Orten. Das ist auch in der Suche der Weisen aus dem Morgenland so. Dabei ist der Schlüssel und die Lösung aller menschlichen Probleme gerade dort, wo es dunkel ist.
In jedem Menschen möchte ein Stück Himmel auf die Welt kommen. Jeder Mensch (auch Maria) ist wie eine Schale. Es ist aber nicht das Verdienst der Schale, dass Gott in ihr zur Welt kommen möchte, sondern, die Präsenz Gottes in der Schale macht die Schale zu was Speziellem.
Ja, je mehr sich die Schale einbildet, ihre Reinheit oder Schönheit sei der Grund dafür, dass Gott sie auserwählt hat, verhindert diese Haltung gerade die Präsenz Gottes. Man würde nur noch auf die Schönheit der Schale schauen und darob den wertvollen Inhalt der Schale übersehen!
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Es sieht total fies aus, dass für die Marter und den Tod Jesu eine historische Person als Täter genannt wird: Pontius Pilatus. Gleichzeitig sind alle anderen fein raus.
Dabei war wohl nur die Absicht, aufzeigen dass Jesus echt gelebt hat in einem historischen Kontext. Die Frohbotschaft Jesu Christi ist nicht einfach eine gute Idee.
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Ich glaube an (einen) Gott...
Es war immer wieder die Abgrenzung vom Glauben an viele Götter und Kräfte, die das Leben bestimmen.
Für die ersten Christen war es wichtig, zu sagen, dass man an eine göttliche Kraft glaubt, die alle Kräfte zusammenfasst.
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So möchte ich mit Jesus sagen: "Kirche, du altes Mädchen, so viele meinen, du seist tot, aber nein, talitakum, steh auf und zeige, dass lebst und leben kannst.
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Überlegungen nach einem Vortrag
Es gibt biblische Propheten, die kritisieren den Dienst im Tempel: "So spricht Gott - Eure Rauchopfer stinken mir langsam zum Himmel - ich mag eure Gottesdienste nicht. Ein wahrer Gottesdienst ist es, Witwen und Waisen zu helfen". Da kommen wir in Schwierigkeiten: Es wird ganz klar gesagt: Man erfüllt nicht Gottes Auftrag, in dem man meint, mit "in die Kirche gehen" mache man Gott eine Freude, für die er uns belohnen wird, oder noch schlimmer, wenn wir nicht in die Kirche gehen, könnte er uns auch bestrafen. Das ist kein Gottesdienst!
"Wahrer Gottesdienst ist es, Witwen und Waisen zu helfen." Schon die Profeten stellten die Diakonie, d.h. den Dienst an den Notleidenden in den Mittelpunkt. Und dies als Aussage Gottes.
Ich möchte versuchen, diesen Gedanken:
Wenn wir Gottesdienste feiern, feiern wir Gottes Dienste. Gottes Dienste an uns Menschen.
Gottes Dienste zu feiern, heisst zusammenkommen und einander zu helfen, zu überlegen, wo und wie wir hier und jetzt Gott und Gottes Dienst an uns Menschen erfahren:
Nicht darin besteht die Liebe, dass wir Gott lieben, sondern dass er uns liebt (und wir uns lieben lassen, bzw. merken, dass wir Menschen von Gott geliebt sind. In etwa so würde ich einen Gedanken im Johannesbrief verstehen.
Ohne es je verdient zu haben (das ist wohl der Gedanke hinter dem Schuldbekenntnis am Anfang der Gottesdienstfeiern) erfahren wir im Grösseren und Kleineren Gottes Wirken (meist wohl in unserer Zeit im sogenannten Zu-Fall, den wir als nicht blind erkennen).
Ja, mit Paulus kommen wir zu einer Erfahrung, dass uns nichts, aber auch gar nichts von der Liebe Gottes trennen kann. Gott liebt "gratis". Dasselbe Wort wie gratia - Gnade.
Dies kann uns mit Dankbarkeit erfüllen. Und lädt uns ein, aus Dankbarkeit "Witwen und Waisen zu helfen" . Wir treten in die Fusstapfen Gottes und dienen im Namen Gottes den notleidenden Menschen. Wir helfen mit, das "Leben in Fülle", das Gott für alle Menschen will, spürbar zu machen. Diakonie aus Dankbarkeit.
Wenn wir zusammenkommen und "Gottes Dienste feiern", was geschieht da eigentlich?
Ich meine: In den Gottesdienst-Feiern helfen wir einander auf die Sprünge, wir stecken uns an, zu spüren, wo Gottes Dienste durch uns nötig sind.
Wir sprechen auch davon, dass die Kirche Diakonie ist: Hilfe von Glaubenden für die Menschen, die in Not sind (selbst wenn sie es - wir wir ja auch - nicht verdient haben)
Meines Erachtens kommen wir diesem Anliegen am Nächsten in den Fürbitten- Details
Es geht nicht um das Männliche, Gott hat genauso mütterliche Eigenschaften.
Was wohl ausgesagt werden will, ist, dass Gott nicht einfach irgendein Naturgesetz oder eine Maschine ist, das einfach ablaufen
muss, sondern zumindest persönlich, wenn nicht noch mehr. So kann ein persönlicher Gott auch Gesetze durchbrechen zum Wohle der Menschen.
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Am diesjährigen Ranfttreffen wurde wie an vielen Orten das Vater unser eingeleitet mit folgendem Satz: "Wir wollen nun miteinander das Gebet beten, das alle Christinnen und Christen vereint." Da schrie es völlig aus mir heraus: "nicht nur die Christen, es vereint alle Menschen".
Wenn Jesus seine Jünger beten gelehrt hat mit diesen Worten, dann nimmt es alle Menschen (und vielleicht noch die ganze Schöpfung) ins Gebet hinein: Er sagt uns nicht, dass wir Gott mit "Mein Vater" ansprechen sollen. Wenn wir zudem noch an Gott als den Schöpfer aller Dinge betrachten, macht das "unser Vater" alle Menschen über jede Grenze hinweg zu Schwestern und Brüder. Ob wir wollen oder nicht!
Wir können höchstens allenfalls von unseren verlorenen Brüdern und Schwestern sprechen (in Anlehnung an den verlorenen Sohn, auf den der Vater sehnlichst wartet). Es stellt genauso keine Bedingungen an diese Gemeinschaft. Es kann nicht heissen, dass nur Glaubensbrüder Brüder sind. Von daher auch der spezielle Auftrag an uns Christinnen und Christen, in die Welt hinauszugehen und allen Menschen zu zeigen, dass wir Schwestern und Brüder sind.
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Meine Schwiegermutter sprach vor kurzem, sie sei in die Messe gegangen. Dieser früher übliche, aber fast nicht mehr gebräuchliche Ausdruck hat mich zu folgenden Notizen veranlasst:
Der Ausdruck kommt vom letzten Satz der Gottesdienstfeier: Ite missa est. Man könnte meinen, geht jetzt, die Messe ist aus. Aber er meint eigentlich das Gegenteil: Geht jetzt, ihr seid gesendet. Und zwar ausgesandt mit einem Auftrag.
Der Auftrag heisst, den Menschen die Erfahrung der frohen Botschaft, des Evangeliums zu bringen, dass Gott jeden Menschen ohne Ansehen der Person und des Verdienstes liebt. Das kann in erster Linie nur mit Taten geschehen und erst in zweiter Linie mit Worten.
So kommt es zu einem Paradox: Wir gehen in die Kirche, um weggesandt zu werden.
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Pastoralraum = Weidegebiet
Es verwundert mich manchmal schon. Da gibt's so viele Kollegen, die setzen sich ein für Basis-Demokratie in der Kirche.
Aber dann kommt eine neue Struktur auf und schon übernimmt man völlig unkritisch wieder hierarchische Sprachregelungen. Die Sprache entlarvt unser Denken.
Klar: es ist schwierig, von zwei Positionen aus zu denken: als kirchlich verantwortlicher für ein bestimmtes Gebiet und als einfacher Christ.
Der Begriff Pastoralraum ist von oben herab gedacht. Da werden Gebiete bzw. Menschen in Zuständigkeiten und Verwaltungsbereiche aufgeteilt.
Allerdings wird es eigenartig, wenn die verwalteten Menschen sich in Pastoralräumen begreifen sollten.